Aus dem Alltag eines Rettungssanitäters in Notlage

Aus dem Alltag eines Rettungssanitäters in Notlage

Mal ein kleiner Einblick aus meinem gestrigen Dienst auf dem RTW

… für Leipziger Verhältnisse war es anfangs recht ruhig – bis es gegen 21 Uhr für uns zu einem Einsatz wegen einer vermeintlichen Mischintoxikation (Drogen + Alkohol) ging.

Symbolbild

An der Einsatzstelle angekommen, wies uns die Hinweisgeberin direkt auf unseren „Patienten“ hin und schilderte kurz die Situation. Zunächst wirkte alles relativ ruhig und unspektakulär. Doch als wir das erste Mal versuchten, Kontakt mit dem Patienten aufzunehmen, rannte dieser plötzlich vor uns davon – etwa 50 Meter weit – und stürzte schließlich auf dem Gehweg.

Beim zweiten Versuch, den jungen Mann anzusprechen, versuchte er erneut zu fliehen, diesmal allerdings in Richtung einer stark befahrenen Hauptstraße.. Aufgrund seines Alters (16) und der vermuteten Mischintoxikation konnte eine Eigen- und Fremdgefährdung nicht mehr ausgeschlossen werden.

Nach einem kurzen Sprint gelang es uns, den Patienten noch rechtzeitig zu sichern, bevor er von einem Fahrzeug erfasst werden konnte. Bis auf etwas Unverständnis unsererseits gegenüber seinem Verhalten verlief zunächst alles relativ entspannt.

Dann begannen allerdings die „Spielchen“:

Der Patient simulierte plötzlich eine Ohnmacht und erschwerte uns damit offensichtlich die Arbeit, sodass wir ihn schließlich in unseren RTW tragen mussten. Kaum war er vermeintlich wieder bei Bewusstsein, wurde er sprunghaft und explosionsartig aggressiv. Er schlug und trat nach uns, spuckte um sich, beleidigte lautstark alle Beteiligten und ließ sich auch durch Zureden nicht beruhigen. Als der Patient schließlich anfing zu randalieren, mussten wir ihn aus Eigenschutz sowie zum Schutz der medizinischen Geräte körperlich stoppen.

Ich brachte ihn im RTW auf der Trage unter Kontrolle und hielt ihn fest, während mein Kollege parallel über die Leitstelle Unterstützung anforderte: „Rettungsdienst wird angegriffen – wir brauchen Hilfe.“

Währenddessen bemerkten wir, dass der Patient Pfefferspray bei sich hatte und vermeindlich danach greifen wollte – was die Situation natürlich nicht gerade entspannter machte. Daher musste ich in eine gelernte Fixierung übergehen. Mein Kollege sicherte in der Zwischenzeit den Tascheninhalt des Patienten, bis die Polizei eintraf – das geschah alles in kurzer Zeit (ca. 10 Minuten).

Symbolbild

Durch das Training bei euch waren wir in der Lage, die Situation schnell einzuschätzen und angemessen zu handeln. Mit einfachen Griffen und klaren Handlungsabläufen konnten wir nicht nur uns selbst, sondern auch den Patienten vor Schlimmerem bewahren.

Es hat uns erneut gezeigt, wie wertvoll und sinnvoll solche Trainings sind. In die eigene Sicherheit und Unversehrtheit zu investieren – etwa durch solche CustomKurse – ist eine der besten Entscheidungen, die man treffen kann.

Vielen Dank für das lehrreiche und äußerst nützliche Training!

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